4 Dinge, die ich beim Kauf von Kosmetika beachte

Kosmetika sollen gut riechen, reinigen und möglichst nicht zu teuer sein. Aber worauf sollte man beim Einkauf noch so achten? Hier sind meine vier Entscheidungskriterien!


Kosmetikprodukte

Diese 4 Dinge beachte ich:


  1. Naturkosmetik bevorzugen.
  2. Da ich beim Essen pflanzliche Nahrungsmittel bevorzuge, lege ich auch bei Kosmetikprodukten Wert darauf, dass diese aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen. Daher greife ich hauptsächlich zu Naturkosmetik. In Naturkosmetik werden pflanzliche Öle, Fette und Wachse sowie Kräuterextrakte, Blütenwässer und ätherische Öle verwendet. Auch Produkte vom lebenden Tier wie z.B. Milch und Honig sind erlaubt. Alle pflanzlichen Rohstoffe stammen aus biologischem Anbau oder aus Wildsammlungen.

    Nicht erlaubt sind beispielsweise Erdölprodukte, Silikone und synthetische Duftstoffe. Aus Erdöl werden Paraffine und Mineralöle hergestellt, die in herkömmlichen Kosmetika vorwiegend genutzt werden. Paraffine und Silikone fungieren dabei als Weichmacher. Mineralöl ist häufig die Grundzutat der kosmetischen Produkte. Es besteht chemisch aus Kohlenwasserstoffen. Besonders kritisch werden derzeit die aromatischen Kohlenwasserstoffe (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons = MOAH) eingestuft. Es steht zur Diskussion, dass die MOAHs erbgutverändernde und krebserregende Risiken bürgen.

    Naturkosmetik ist nicht grundsätzlich vegan, da z.B. Milch verwendet werden darf. Vegane Naturkosmetik ist zusätzlich durch das Vegan-Siegel gekennzeichnet. Nichtsdestotrotz ist Naturkosmetik tierfreundlich. Denn die Richtlinie für kontrollierte Naturkosmetik untersagt Herstellern die Prüfung der Endprodukte mittels Tierversuchen. Außerdem dürfen keine Bestandteile von toten Wirbeltieren eingesetzt werden.

    Naturkosmetik ist also hautfreundlich und tierfreundlich. Weiterhin wird auch auf sparsame und umweltschonende Herstellungsverfahren sowie auf recyclebare Verpackungen geachtet.

    Hier kannst du noch mehr über Naturkosmetik erfahren: www.natrue.org und www.kontrollierte-naturkosmetik.de


  3. Hormonell wirksame Chemikalien vermeiden.
  4. In kosmetischen Produkten kann eine immense Zahl an Substanzen enthalten sein. Ein Teil dieser Substanzen kann als hormonell wirksame Chemikalien kategorisiert werden. Unter dieser Bezeichnung versteht man solche Stoffe, die ähnliche Wirkungsweisen auslösen wie körpereigene Hormone.

    Für eine genaue Aufschlüsselung von verdächtigen Stoffen, wurde eine allgemeine Prioritätenliste von der EU angelegt, die Chemikalien aus verschiedenen Lebensbereichen umfasst. Diese Liste unterteilt die identifizierten Chemikalien in drei Gruppen, wobei die erste Gruppe mit 194 Chemikalien die höchste Priorität zur Eliminierung hat. Aus dieser Kategorie dürfen immerhin noch 16 Chemikalien in kosmetischen Produkten verwendet werden und kommen beispielsweise als Konservierungsmittel oder UV-Filter zum Einsatz.

    Beim Kauf von Kosmetika achte ich darauf, dass die Produkte keine hormonell wirksamen Chemikalien enthalten. Denn diese Stoffe stehen im Verdacht, zur Entwicklung bestimmter Krankheiten beizutragen, deren Auftreten in den letzten Jahren stark zugenommen hat. In Studien konnten Zusammenhängezwischen hormonell wirksamen Chemikalien und folgenden Krankheits-/Symptombildern gezeigt werden: Unfruchtbarkeit sowie reduzierte Fruchtbarkeit, Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten, Adipositas, Diabetes Typ 2, Herzkreislauferkrankungen, verfrühte Pubertät und hormonbedingte Krebserkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs.

    Diese Beeinträchtigungen sind alle nicht übertragbar. Zudem macht die Geschwindigkeit, mit der die Anzahl dieser Erkrankungen zugenommen hat, deutlich, dass es sich hierbei nicht um ausschließlich genetische Ursachen handeln kann. Es wird angenommen, dass die hormonell wirksamen Stoffe in jedes unserer Hormonsysteme eingreifen können und dementsprechend das herrschende Gleichgewicht durcheinander bringen.

    Da viele der identifizierten hormonell wirksamen Chemikalien nicht nur in Kosmetikprodukten, sondern auch in anderen alltäglichen Gegenständen wie z.B. Konservendosen und Plastikflaschen enthalten sind, kann sich in unserem Körper ein ganzer Cocktail an Chemikalien ansammeln. Von den hormonell wir0ksamen Chemikalien ist bereits bekannt, dass sie ihre Wirkung gegenseitig noch verstärken.

    Wenn du noch mehr zu diesem Thema erfahren willst, kann ich dir die Studie des BUND empfehlen. Um Kosmetika im Laden auf die Inhaltsstoffe zu testen, ist die ToxFox App ein smarter Begleiter.


  5. Deo ohne Aluminiumsalze.
  6. Aluminiumsalze in Deos wirken schweißhemmend, indem sie die Ausgänge der Schweißdrüsen zeitweise verschließen. Dieser willkommene Effekt von aluminiumhaltigen Deos ist jedoch in die Kritik geraten. Es wird diskutiert, ob Aluminium zu der Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer beiträgt. Wissenschaftlich unstrittig ist zumindest, dass Aluminium in hoher Konzentration neurotoxische Auswirkungen für den Menschen hat.

    Da die Auswirkungen der Aufnahme von Aluminium über die Haut noch nicht so weitreichend untersucht sind, hat man zunächst bestehende Ergebnisse zur Folgenabschätzung von Aluminium für den Menschen betrachtet. Es gibt nämlich bereits Erkenntnisse darüber, wie viel Aluminiumaufnahme über Nahrung und Trinkwasser unbedenklich sind. Für eine erwachsene Person mit einem Körpergewicht von 60 kg liegt die akzeptable Obergrenze bei 8,6 µg am Tag (errechnet sich aus 0,143 µg * Köpergewicht in kg).

    Vergleichend dazu wurde durch das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Menge von 10,5 µg Aluminiumsalze ermittelt, die durch tägliche Nutzung von aluminiumhaltigen Deos über die Haut pro Tag aufgenommen wird. Alleine durch die Verwendung des Deos wäre der Unbedenklichkeitswert also bereits überschritten. Dabei muss man zusätzlich jedoch beachten, dass sich diese Berechnung auf gesunde Haut bezieht. Ist die Haut zum Beispiel durch eine Rasur geschädigt, wird die Aufnahme von Aluminium um ein Vielfaches erhöht! Zudem erhöht sich der tatsächliche Wert durch die Aufnahme von Aluminium aus Nahrung und Trinkwasser. Mit einem aluminiumfreien Deo kann man seine tägliche Aluminiumdosis also schon deutlich verringern und potentiellen Risiken zumindest teilweise vorbeugen.

    Die Stellungnahme vom Bundesinstitut für Risikobewertung findest du hier.


  7. Weniger ist mehr.
  8. Bei dem immensen Angebot an Kosmetika ist es legitim zu fragen, welche davon tatsächlich notwendig sind. Ich bin der Ansicht, dass man nicht sehr viele Produkte benötigt, wenn man qualitativ hochwertige Produkte kauft, die sparsam und gleichzeitig sehr ergiebig sind. Meine persönliche Kosmetikauswahl besteht aus weniger als 10 Produkten: Shampoo, Duschgel, Waschcreme für das Gesicht, Gesichtscreme, Deo, Mascara, Zahnpasta und Handseife.

    Je weniger Produkte du nutzt, desto mehr Geld kannst du für ein einzelnes Produkt ausgeben und auf eine hohe Qualität achten. Stell dir also mal die Frage „Welche Kosmetikprodukte brauche ich wirklich?“. Allein mit der Auswahl deiner Kosmetik kannst du einen Beitrag für die Umwelt leisten und zu deiner Gesundheit beitragen!


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