Eine Handtasche aus Kork - woher kommt Kork? Accessoires aus Kork

Eine Handtasche aus Kork

Im Urlaub an der Algarve in Portugal habe ich mir eine kleine Handtasche aus Kork gekauft. Von dem Material bin ich total begeistert. Es ist super weich, aber trotzdem robust. Außerdem ist jedes Korkprodukt ein Einzelstück!

Bild von einer Handtasche aus Korkleder, Ansicht von Vorne

Aber eine Handtasche aus Kork?

Wenn man an Kork denkt, kommt einem eigentlich als erstes der Flaschenkork in den Sinn. Daraus eine Handtasche herstellen? Klingt irgendwie nicht so attraktiv. Wenn man sich aber zunächst die Eigenschaften von Kork vor Augen führt, klingt es gar nicht so absurd: es ist weich, flüssigkeitsundurchlässig, hypoallergen, natürlich, nachhaltig, recyclebar und feuerfest. Durch die verschiedenen Maserungen oder Einfärben des Korks lassen sich zudem sehr unterschiedliche Accessoires herstellen. Nicht nur Handtaschen, auch Gürtel, Portemonnaies, Tablet- oder Smartphone-Hüllen, Hüte und sogar Schuhe!


Woher kommt Kork?

Kork ist die Rinde der Korkeiche. Diese wächst u.a. in Portugal, Spanien, Algerien und Marokko. Korkeichenwälder bilden ein eindrucksvolles Ökosystem, beherbergen eine reiche Artenvielfalt und sind gerade durch ihre Rinden sehr widerstandsfähig. Denn die Korkrinde schützt den Baum bei Waldbränden sowie vor Austrocknung durch Hitze, vor Schimmel, Infektionen oder Schädlingen. Durch diese besonderen Eigenschaften hat eine Korkeiche eine Lebensdauer von bis zu 250 Jahren. Außerdem können Korkeichenwälder einen Teil des Regenwassers auffangen und so zur Aufrechterhaltung der Grundwasservorkommen beitragen.
Korkeichen dürfen erstmalig ab einem Alter von 20-25 Jahren und einem Stammdurchmesser von 70 cm geerntet werden. Dazu werden Stamm und dicke Äste geschält. Dem Baum wird auf diese Weise nicht geschadet, denn die Korkeiche ist der einzige Baum auf der Erde, der durch das Abschälen der Rinde nicht beschädigt wird. Bis zur nächsten Korkernte müssen dann mindestens neun Jahre vergehen, in denen der Baum neue Rinde produzieren kann. Die ökologischen Vorteile dieser Ernte bestehen vor allem in der erhöhten CO2-Bindung. Korkeichen, die periodisch geerntet werden, können mehr als die dreifache Menge an CO2 binden, im Vergleich zu ungenutzten Korkeichen und bis zu 30% mehr als andere Bäume. In einem einzelnen Flaschenkorken sind alleine 8 Gramm CO2 gespeichert!

Bild von einer Handtasche aus Korkleder, Ansicht von Hinten

Die Weiterverarbeitung

Der geerntete Kork wird zunächst gekocht und anschließend getrocknet. Danach können Flaschenkorken, Bodenbeläge oder Korkleder hergestellt werden. Für Korkleder muss das behandelte Material die höchste Qualität vorweisen können. Deshalb wird Korkleder hauptsächlich aus der mittleren Schicht der Baumrinde hergestellt.
Jedes Korkleder ist ein Unikat, weil einzelne Korkstücke mit einem speziellen, organischen Klebstoff zusammengefügt werden. Das entstandene Korkleder kann dann noch eingefärbt oder bedruckt werden. Von der Ernte bis zum fertigen Produkt ist ein Großteil der Herstellung Handarbeit!


Bild von einer Handtasche aus Korkleder, seitliche Ansicht